(Deutsch) Andere über baKum


Fritz_rbb

Reportage auf Radio Fritz über ein SAFE Seminar für schwule Männer in Zusammenarbeit mit MANEO

Februar 2018


radio_eins RadioEins Interview mit Udo Kumpe

Oktober 2013


Thumb PDF Friedrichshagen

 

Artikel über einen baKum-Selbstbehauptungskurs für Kinder in Friedrichshagen

 

 

 


Maneo_Newsletter_thbBericht über ein SAFE-Seminar von baKum im Rahmen einer Empowerment-Kampagne von MANEO – Das Schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin

 

 

 

 

 


Artikel in Jungle World von Felix Henne

Artikel in Jungle World von Felix Henne

Artikel in der Jungle World über Selbstverteidigungskurse für Ältere und baKum

 

 

 

 


Ägypten 2014, Seminar für Mitarbeiterinnen der BotschaftbaKum in Ägypten

“Kampfkunst, die getragen wird von einer Haltung der Liebe”

Das Goethe Institut veröffentlichte auf seiner Website ein Interview mit Udo Kumpe und Birgit Damm über das besondere Konzept von baKum und ihre erfolgreiche Arbeit in Ägypten.

Auszug: “Gewalt gegen Kinder. Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Männer. Gewalt und daraus entstehende Traumata sind fast tägliche Begleiter in Ägypten. Egal ob als Opfer, Täter oder nur als Zeuge. baKum, Institut für Selbstverteidigung hat sich einem besonderen Konzept der Gewaltprävention und der Bewältigung, der aus Gewalt resultierenden Erfahrungen verschrieben.”

Für das ganze Interview, bitte auf das Foto klicken



Kinderkurs_PDF_ScreenshotKinderkurs – Beschreibung von Christel Heppner 

„Am späten Montagabend vor einigen Wochen lief im Fernsehen eine Reportage. Es wurde diskutiert, wie Eltern ihre Kinder auf vermeintlich harmlose Menschen und Situationen vorbereiten und zum richtigen Handeln bewegen können …“

Für den ganzen Artikel (als PDF) auf das Bild klicken.

 


Anzeiger Artikel 1998

Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin des Selbstverteidigungskurses für Frauen

„Die Hilflosigkeit des ehemaligen Opfers ist verschwunden“

Im vergangenen Monat fand im KUBU (Zille-Haus) ein Selbstverteidigungskurs für Frauen statt. Durchgeführt wurde das Training vom Institut Bakum in Zusammenarbeit mit der Tiergartener Frauenbeauftragten. Eine Teilnehmerin berichtet:

Das Kursprogramm vermittelt Selbstverteidigungstechniken nur für Frauen, erlernbar für Frauen aller Altersstufen und praktizierbar für Unsportliche wie Trainierte.

Bereits die Vorstellungsrunde ist unkonventionell und äußerst professionell ausgedacht. Die Teilnehmerinnen, die vor Kursbeginn in Grüppchen herumstehen, erhalten die Anregung, sich kurz über ihre Erwartungen an diesem Kurswochenende auszutauschen – also keine langwierige Vorstellungsrunde mit eventuellem „Outen“ von Gewalterfahrung oder gequälter „Erwartungshorizontabfrage“. Hier wird erst einmal munter geplaudert und mittendrin ruft man uns in die Runde. Die erste praktische Übungseinheit beginnt.

Das Kurskonzept des Trainers Udo Kumpe ist schlüssig und zielgerichtet aufgebaut. Die Abfolge der Inhalte ist wohl überdacht und sinnvoll strukturiert. Das Trainerpaar Monika und Udo führt die am häufigsten vorkommenden An- und Übergriffssituationen auf Frauen vor und demonstriert die entsprechenden Verteidigungstechniken. Einfache, mechanische Hebelkräfte und anatomische Eigenheiten werden erklärt und als sogenannte „Waffen“ in Aktion gezeigt. Anschließend erlernen und praktizieren wir in Zweiergruppen die neuen Körpertechniken. Mehrere theoretische Informationseinheiten, z. B. über Waffen, deren Gefahren, Sinn und Unsinn für eine erfolgreiche Verteidigung sowie über Notwehrparagraphen und seine Grenzen ergänzen die Praxis. In Rollenspielen entwickeln wir ein spezifisches Verhaltenstraining. Der sich anschließende Erfahrungsaustausch im Gruppengespräch führt zur Klärung einzelner Fragen und zur Vertiefung der Inhalte.

Das Trainerteam achtet streng darauf, realistische Antworten auf die vielen, angstvollen, oftmals aus eigener Gewalterfahrung entstandenen Fragen der Teilnehmerinnen zu geben. Sie sprechen von den Grenzen der Verteidigungschancen des Instituts für Selbstverteidigung und von möglichen aussichtslosen Situationen. Doch die entstehen meist erst, wenn Frau sich in einer Übergriffssituation zu spät zur Gegenwehr entscheidet. Die Trainer betonen immer wieder, daß bei einsetzender Gegenwehr der Täter in den häufigsten Fällen von seinem Opfer abläßt.

Das Trainerteam ist gut eingespielt. In Zeitlupe werden Bewegungsabläufe, Schlagarten und Schlagabfolgen gezeigt und anschließend geübt. Jede hat ihre Spezialität. Wir lernen auch voneinander unter den wachsamen Augen des Trainerteams.

Dieser genau gesteckte Parcour durch die Möglichkeiten der Verteidigungstechniken führt uns Schritt für Schritt zum Ziel, dem Wissen um die eigene Kraft und Durchsetzungsfähigkeit durch gezielte, körperliche Gegenwehr.

Die härteste Prüfung ist der „Ernstfall“. Jeweils am Ende des ersten und zweiten Tages konfrontiert sich jede Teilnehmerin im Nahkampf mit einem anonymen, martialischen Angreifer. Der vormals nette Trainer ist durch einen schwarzen Schutzanzug und Gesichtsmaske völlig entindividualisiert. Die Situation ist ernst. Die Knie zittern, der Kopf ist leer. Angst erfaßt mich. Der Täter packt mich. Die ersten beiden Aktionen – Schocken, Tritt aufs Knie und Lösen – Arme gegen den Daumen aus der Umklammerung herausdrehen sind noch geplant. Ich habe es geschafft, aber der Täter greift erneut zu. Dann taucht in meinem Inneren unbändige Wut und Mut auf. Ich schlage, schreie, schlage, mache weiter, spüre, daß mein Körper von selbst das Richtige tut. Wie Blitze zischen die Anweisungen der Trainerin durch meinen Kopf’. Schlag mit dem Knie! Setz Deine Arme ein! Geh’ auf die Schmerzzonen! Dann liegt er unter mir und klopft mit schweißnasser Hand sein KO-Signal auf den Hallenboden.

Viele Aha-Erlebnisse und die befreiende Begegnung mit dem eigenen Mut bleiben klar und unauslöschbar in meiner Erinnerung. Ich weiß jetzt, daß ich mich schützen, wehren und wirksam verteidigen kann. Die Hilflosigkeit des ehemaligen Opfers ist verschwunden. Wir alle haben Zugang zu einer gesunden und lebensrettenden Aggression gefunden. Und es hat auch noch Spaß gemacht.

(Anzeiger, April 1998)




TIP Berlin über baKum 

Mit den Wintermonaten kehrt bei vielen Frauen auch die Angst vor Überfällen zurück, wenn sie im Dunkeln plötzlich Schritte hinter sich hören. Laut vor sich hinpfeifen wie in Kindertagen beruhigt da wenig.
„Ich fürchte, ich würde dastehen wie ein Kaninchen vor der Schlange“, gesteht eine Frau. „Wie soll ich mich denn wehren, wenn der Angreifer viel größer und stärker ist“, zweifelt eine andere. 14 Frauen, im Alter zwischen 19 und 72, sind zu einem Selbstverteidigungskurs des Instituts Bakum gekommen, um der Angst und Unsicherheit entgegenzutreten.

Tip Artikel 1997
„Angst fängt im Kopf an – Mut auch“, erklärt Trainer Udo Kumpe. „Täter suchen Opfer, keine Gegnerinnen“, weiß er aus der Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei. Nach deren Erfahrungen geht Überfällen häufig eine Beobachtungsphase voraus. Der Angreifer will möglichst leichtes Spiel haben. Selbstsicheres Auftreten ist ein erster wirksamer Schutz. Bei einem Angriff, so die Kripo, ist Verteidigung die oberste Prämisse, denn in den meisten Fällen läßt der Täter dann wieder ab. Neben Gesprächen stehen bei den Kursen von Bakum deshalb vor allem praktische Übungen auf dem Plan. Nach Befreiungstechniken wird der gezielte Einsatz von Faust, Ellenbogen, Fuß und Knie geübt. Den Trainern und Trainerinnen ist es wichtig, möglichst einfache, aber wirkungsvolle Methoden zu zeigen. “Ihr müßt flexibel bleiben, klappt es mit der einen Technik nicht, dann setzt eine andere ein”, erklärt Anne, eine der Übungsleiterinnen. “Schreit so laut ihr könnt. Das irritiert den Angreifer, der auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen will.” Das leuchtet ein. Trotzdem haben alle 14 Frauen bei einer Schreiprobe zunächst Schwierigkeiten, die gewünschte Lautstärke zu erreichen. Erst nach einigen Anläufen wandeln sich die piepsig-hohen Töne langsam zu einem energischen Brüllen. So enthemmt, wie die Täter meistens vorgehen, so hemmungslos sollte das vermeintliche Opfer sich wehren. “Wenn ihr euch entscheidet zu kämpfen, müßt ihr das auch richtig tun”, betont Monika, die zweite Trainerin. “Stellt euch vor, ihr wollt durch ihn durchschlagen”, versucht sie die innere Blockade vor Gewalttätigkeit zu lösen. Will der Täter die Frau etwa zum Oralsex zwingen, dann sollte sie nicht an die Folgen für den Mann denken, sondern statt dessen kräftig zubeißen.
Jeweils am Ende der beiden Seminartage werden die Abwehrkraft und Angriffslust auch praktisch ausprobiert. Dazu schlüpft Udo Kumpe in einen schwarzen FBI-Kampfanzug. Bedrohlich brummend nähert er sich der ersten Teilnehmerin. Sind die Schläge und Tritte am ersten Tag bei allen noch unsicher und nicht immer gezielt, so hat sich das am zweiten Tag vollkommen verändert. Trotz vehementer Angriffe des “schwarzen Mannes” wehrt sich jede Frau erfolgreich, unabhängig von Alter, Größe und Statur.
Allerdings sind nach den Statistiken der Kriminalpolizei die Triebtäter, die aus dunklen Büschen springen, eher eine Ausnahme. In 70 bis 90 Prozent der Fälle kannte die Frau den Täter bereits vorher. Das Problem besteht zunächst nicht darin, einen Gewalttäter abzuwehren, sondern bereits bei harmlosen Zudringlichkeiten klare Grenzen zu setzen. In der Hoffnung “wenn ich freundlich bin, ist der vielleicht auch freundlich zu mir” neigen Frauen dazu, unsicher zu lächeln, anstatt den Mann in seine Schranken zu weisen. Ein Verhalten, das von diesem völlig mißverstanden wird und ihn zum Weitermachen ermutigt. Um nicht zu guter Letzt “die Terminata rauslassen” zu müssen, sollten Frauen erst mal deutlich “nein” sagen.
Autorin: Tanja Lenuweit, 1997

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